Geschichte

Im Eberswalder Stadtteil Kupferhammer befand sich einst eine Hufnagelfabrik, von deren umfangreichen Fabrikgebäuden haben sich nur ein Waggonaufzug und der Schornstein der Fabrik erhalten. Das Gelände befindet sich im Kupferhammerweg 6/7, wird im Norden vom Finowkanal begrenzt, im Osten vom Bahndamm der Berlin-Stettiner Eisenbahn und im Südwesten vom Kupferhammerweg selbst.

Legende zu dem Foto

A – roter Kreis – Kesselhaus mit Schornstein
B – blaues Dreieck – das ehemalige Fabrikgelände, zwischen den Buchstaben A und B befand sich die Verladestelle am Finowkanal
C – weisser Kreis – Standort des Aufzuges
D – violette Linie – Verlauf des Anschlussgleises
E – grüner Rahmen – Eberswalder Bahnhofsbrücke

GPS-Position des Aufzuges:
N 52° 50.203′
O 13° 47.875′
Zur Werkgeschichte
1871 verlegte das vier Jahre alte Unternehmen von Julius Moeller und Clemens Schreiber seinen Sitz nach Eberswalde, es hatte eine Maschine entwickelt, die eine rationelle Fertigung von Hufnägeln erlaubte. Bis dahin wurden in ganz Europa die Hufnägel noch per Hand geschmiedet. Die Entscheidung für den Standort in Eberswalde fiel wegen der guten Anbindung an den Finowkanal und an die Eisenbahn. Aufgrund der rationellen Fertigungsweise war das Werk sehr erfolgreich, entwickelte sich zum in Deutschland marktführenden Unternehmen und beschäftigte im Jahr 1914 über 1400 Mitarbeiter. Die Wirtschaftsflaute in den zwanziger Jahren und wachsender Konkurrenzdruck führten zunächst zum Verkauf, 1926 zur Stillegung. Von da an bis 1939 nutzte die Reichsbahn das Gelände, bis 1945 die Wehrmacht. Im Jahr 1946 befahl die sowjetische Administration das Werk wieder in Gang zu setzen und die dringend benötigten Hufnägel und Drahtstifte zu produzieren. 1971 wurde das VEB Nagel- und Drahtziehwerk stillgelegt, bis zur Wende nutzte die staatliche Handelsorganisation (HO) noch das Gelände samt den großen Hallen. Seitdem verfiel das Fabrikgelände, alle Fabrikbauten wurden inzwischen abgerissen.

Zum Aufzug
1906 bei Borsig in Berlin entworfen, erfolgte 1908 die Betriebsübergabe. Die Hebebühne war lt. Literatur nur für einen Waggon mit einem maximalen Gesamtgewicht von 30 t ausgelegt (am Aufzug findet sich ein Schild mit der Höchstlast von 25 t), der Höhenunterschied zwischen den beiden Plattformen beträgt ca. 6 Meter. Das Gerüst besteht aus Stahlfachwerk im Aufzugsteil und einer kurzen Stahlbrücke zum Anschluß an den oberen Teil des Hanges.

Mit dem Ende des VEB endete auch die Nutzung des Aufzuges, die HO nutzte LKWs zum Warentransport.

Die Stahlfachwerk-Konstruktion verfügt über Gegengewichte, allerdings war kein exakter Gewichtsausgleich je nach Beladungszustand der Hebebühne möglich, der Antrieb erfolgte elektrohydraulisch. Oben und unten waren Drehscheiben und natürlich weiterführende Gleise, oben ist noch ein Gleisstummel vorhanden.

Der Transfer von oben nach unten dauerte ca. fünf Minuten, es wurden nur die Regelventile zum gesteuerten Ablassen der Hydraulikflüssigkeit geöffnet. Für das Heben der Plattform drückte ein Hydraulikzylinder unter der Plattform diese nach oben, die Pumpe brauchte dafür ca. fünfzehn Minuten.

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